Die Legende vom gefangenen König in der Bergulme

Es geschah in einer Zeit, als die Grenze zwischen der Menschenwelt und dem Reich der Feen noch durchlässig war.

In einem tiefen Tal herrschte ein grausamer Feenkönig des dunklen Hofes. Er stahl den Bauern das Vieh, verdarb die Ernte und forderte blutigen Tribut von den Sterblichen.

Die List der weisen Frau

Da Feenwesen nicht mit Eisen getötet werden können, ohne den Zorn des gesamten Hofes auf sich zu ziehen, suchten die Dorfbewohner Hilfe bei einer weisen Frau. In einer stürmischen Neumondnacht lockte sie den König mit einem falschen Versprechen in einen dichten Hain aus alten Bergulmen.

Sie hatte die Rinde einer gewaltigen, hohlen Ulme mit flüssigem Silber, Holunder und Eisenkraut präpariert. Mit einem uralten Bannspruch trieb sie den König rückwärts in den Stamm.

Das hölzerne Gefängnis

Sobald der König den hohlen Kern berührte, schnappte die Falle zu. Die energetischen Fasern des Baumes legten sich wie Ketten um ihn. Seit diesem Tag saugt die Ulme seine unsterbliche Magie auf, um sich selbst zu nähren.

„Der König kann nicht sterben, aber er kann auch nicht entkommen.“

Wenn heute der Wind durch die Äste einer alten Bergulme pfeift und das Holz unheimlich knarrt, sagen die Einheimischen: Es ist der Feenkönig, der verzweifelt gegen sein hölzernes Gefängnis schlägt.

Eine Antwort zu „Die Legende vom gefangenen König in der Bergulme“

  1. […] Wie tief dieser Fall in der britischen Lore verwurzelt ist, zeigt eine alte Sage aus den schottischen Border-Regionen: Die Legende vom gefangenen König in der Bergulme. […]

    Like

Hinterlasse einen Kommentar